Psychotraumata und PTBS - Psychotherapie Ruland
Posttraumatische Belastungsstörung, PTBS, Psychotraumata
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Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) und Psychotraumata

Seelische Traumata haben in der Psychologie eine zentrale Bedeutung. Fast alle psychischen Erkrankungen entstehen durch massive Verletzungen der Seele. Diese Verletzungen können aus Psychotraumata oder negativen Bindungserfahrungen resultieren. Psychotraumata sind in aller Regel Situationen, die mit einer enormen Verletzung oder befürchteten Verletzung der physischen oder psychischen Unversehrtheit der eigenen oder nahestehenden Personen einhergehen. Man unterscheidet zwischen Typ 1 und Typ 2 Traumen. Typ 1 Traumata sind einmalig, abgeschlossene Ereignisse, wie ein Autounfall oder ein Raubüberfall auf offener Straße. Typ 2 Traumata sind immer wiederkehrende Traumatisierungen, wie Lagerhaft, andauernde Vergewaltigung währende der Ehe etc. Ein Trauma kann Grundlage für einer Diagnose sein (Posttraumatische Belastungsstörung F 41.3) oder nur ein ätiologischer (ursächlicher) Faktor für eine andere Störung sein zum Beispiel die Borderline Störung oder die Anorexie. So leidet ein Polizist, der bei einem Einsatz lebensgefährlich durch einen Messerangriff bedroht oder verletzt wurde unter einer klassischen PTBS basierend auf einem Typ I Trauma. Eine Borderline Patientin mit einer komorbiden Bulimie, die einen jahrelangen Missbrauch durch den Vater erlebt hat (Typ 2 Trauma) leidet nicht an einer PTBS sondern an einer Traumafolgestörung.

Neuste Forschungsergebnisse zeigen, das Traumata transgenerational über die Generationengrenze weitergegeben werden. Kinder von Holocaust Überlebenden zeigen Veränderungen in der DNA die auf die traumatischen Ereignisse zurückgehen.( Trauma werden also genetisch und durch die geteilte Umwelt der Opfer weitergeben).

Die Symptome (Diagnosekriterien) der klassischen PTBS sind, um einige Beispiele zu nennen:

  • Der Betroffene war (kurz oder lang anhaltend) einem belastenden Ereignis von außergewöhnlicher Bedrohung oder mit katastrophalem Ausmaß ausgesetzt, das bei fast jedem eine tiefe Verzweiflung hervorrufen würde.
  • Es müssen anhaltende Erinnerungen an das traumatische Erlebnis oder das wiederholte Erleben des Traumas in sich aufdrängenden Erinnerungen (Nachhallerinnerungen, Flashbacks, Träumen oder Albträumen) oder eine innere Bedrängnis in Situationen, die der Belastung ähneln oder damit in Zusammenhang stehen, vorhanden sein.
  • Es besteht eine andauernde Hypervigilanz (erhöhte Wachsamkeit).
  • Es kommt zu einer enormen Schreckhaftigkeit
  • Die Symptomatik muss 6 Monate bis 1 Jahr nach der Traumatisierung aufgetreten sein.

Gerade letzteres reduziert die Diagnosestellung der PTBS, da viele Patienten unter einer vollausgeprägten Symptomatik erst Jahre später leiden. („Der Soldat aus dem 2. Weltkrieg der erst Jahrzehnte später „Symptome“ hat.)

Viele Traumata werden direkt verdrängt und treten später in Form von psychischen Erkrankungen oder somatischen (körperlichen) Erkrankungen mit psychischer Beteiligung auf. Unbewusste Traumata habe oft Schmerzsyndrome, Sexualstörungen und diffuse körperliche Probleme zur Folge.

In meiner Praxis behandele ich sämtlich Trauma und Traumafolgestörungen. Am Anfang steht neben der genauen Diagnostik, der Aufbau einer vertrauensvollen Therapeuten Patienten Beziehung. Nach Etablierung einer guten Beziehung werden Stabilisations- und Traumatechniken eingeführt.